Blancpain

1735 gegründet in Villeret

Blancpain

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1560 erblickte Imérion Beynon, genannt Blanpan das Licht der Welt. Sein Geburtsort Villeret lag im malerischen Tal Erguel. Auf ihn geht die direkt nachzuvollziehende Linie der Uhrmacher‑Dynastie Blancpain zurück. Der Chronik nach gelangte die Uhrmacherei durch den am 11. März 1693 getauften Jehan‑Jacques Blancpain in die Familie. Nachdem er seinen Lebensunterhalt wie viele in dieser abgeschiedenen Gegend als Landwirt verdient hatte, richtete Blancpain 1735 in seinem hundert Jahre alten Bauernhaus am Ufer des Flüsschens Suze eine Uhrmacherwerkstatt ein. Zunächst entstanden Teile für Taschenuhren, später komplette Rohwerke und schließlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollständige Uhren. Käufer fanden diese in der Schweiz und auch schon in anderen europäischen Ländern.

Uhrmacherwerkstatt in einem Bauernhaus in Villeret

Bedingt durch stetes Wachstum wurde das öfter umgebaute und erweiterte Bauernhaus 1863 definitiv zu klein. Also errichtete der damalige Firmeninhaber Jules‑Emile Blancpain in der Nähe einen Neubau. Von der Firmengründung bis zum Jahre 1932, als Frédéric‑Emile Blancpain d.J. im Alter von 69 Jahren starb, war die Firma beständig und ohne Unterbrechung von Vätern auf Söhne übergegangen. Dieser Sachverhalt war auch in der traditionsverbundenen Schweiz eher selten. Deswegen fand er in den Pressemedien besondere Würdigung. Mit diesem Todesfall endete jedoch auch die Ära der Blancpains im Lebenslauf dieses Uhrenherstellers.

Schon in den 1920-er und 1930-er Jahren hatte Blancpain die Geschichte der Armbanduhr mitgeschrieben. 1926 entstand in Villeret ein Prototyp der berühmten „Harwood“. Ab 1929 stellte Blancpain diese erste Serien‑Armbanduhr mit automatischem Aufzug für den französischen Markt fertig. Und zwar unter Verwendung von Rohwerke des Giganten AS. Gleichfalls noch unter der Ägide des letzten Blancpain kam 1930 ein Kontrakt mit der Pariser Léon Hatot S.A. zustande. Er beinhaltete die Lizenz zur Produktion der „Rolls“, einer Armbanduhr mit automatischem Aufzug durch Hin‑und‑Her‑Rollen des Uhrwerks im rechteckigen Gehäuse. Dieser Vertrag garantierte Hatot über mehrere Jahre hinweg eine jährliche Mindestsumme von einer Million französischer Franken. Blancpain selber fuhr nicht so gut mit diesem Deal.

Nach dem Ableben Frédéric‑Emile Blancpains agierte die Firma fast 40 Jahre lang als Rayville S.A. Der Kunstname war nichts anderes als ein phonetisches Anagramm des Firmensitzes Villeret. Ungeachtet dessen trugen die fabrizierten Werke und Uhren weiterhin den bekannten Namen der Gründerfamilie. 1956 erfreute „Ladybird“ die Damenwelt. In ihrem Inneren tickt das damals kleinste runde Handaufzugs-Uhrwerk, dessen Krone sich auf der Rückseite befindet.

Im Jahre 1970, als die Schweizer Uhrenindustrie immer tiefer in eine umfassende Strukturkrise geriet, wurde stellte der Uhrenkonzern SSIH seinen Marken Omega und Tissot die Blancpain zur Seite. Mit dem Kauf verknüpfte sich freilich nicht die Absicht, eine traditionsreiche Uhrenmarke weiterleben zu lassen. Vielmehr wollte man nur die Produktionsstätte und vorhandenes Knowhow erwerben.

Neustart nach 250 Jahren

Knapp 250 Jahre nach dem bescheidenen Start erlebte der Name Blancpain eine zukunftsweisende Renaissance. Jean‑Claude Biver, ein Omega‑Manager, und Jacques Piguet, Sohn des Rohwerke‑Fabrikanten Frédéric Piguet, erwarben den Namen. Am 9. Januar 1983 lebte die Produktion von Blancpain Armbanduhren in Le Brassus, Vallée de Joux, erneut auf. Mit Rückblick auf die langen Firmentradition tickten in den ausschließlich runden Gehäusen nur mechanische Uhrwerke.

Als erster großer Erfolg machten Zeitmesser mit einfachem Kalendarium und Mondphasenanzeige von sich reden. Es folgten Modelle mit ewigem Kalender, Minutenrepetition, neu entwickeltem Automatik-Chronographen, zusätzlichem Schleppzeiger oder Tourbillon. Die Krönung der Blancpain-Kollektion stellte das Modell „1735″ dar. Diese hoch komplizierte Automatik-Armbanduhr, deren Preis bei ca. einer Million Mark lag, bündelt Chronograph-Rattrapante, ewigen Kalender, Minutenrepetition und Tourbillon. Der Aufzug erfolgt automatisch.

Wiederbelebung der Blancpain Fifty Fathoms

1994 verkauften Biver und Piguet ihre Blancpain-Aktien an den SMH-Konzern. Damit gelangte die alte Marke wieder dorthin, wo sie sich Anfang der 1980-er Jahre befunden hatte. Auch der Ebauche-Fabrikant Frédéric Piguet, welcher für die Entwicklung und Herstellung von Blancpain-Rohwerke verantwortlich zeichnete, ging 1994 ins Eigentum der heutigen Swatch Group über. Aktuell erfolgreich ist die wiederbelebte „Fifty Fathoms“. Die Geschichte dieser Taucher-Armbanduhr reicht zurück bis ins Jahr 1953. Damals war sie die heftigste Konkurrentin der nahezu gleichzeitig lancierten Rolex „Submariner“.

Gisbert L. Brunner

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  • Blancpain Fifty Fathoms
  • Blancpain Fifty Fathoms Bathyscaphe
  • Blancpain Villeret
  • Blancpain Aqua Lung
  • Blancpain Air Command
  • Blancpain Barakuda