Vacheron Constantin

Seit 1755 in Genf

Vacheron Constantin
Vacheron Constantin

Mit Fug und Recht fand Jean-Marc Vacheron 1755 im Alter von 24 Jahren die ersehnte Aufnahme in dem elitären Zirkel der Genfer Cabinotiers. Gegenüber normalen Industriearbeitern genossen die Uhrmacher ansehnliche Vorteile: Einmal verdienten sie etwa das Doppelte des allgemein Üblichen. Des Weiteren mussten sie nur bis 15 Uhr arbeiten. Weil sich der passionierte Uhrmacher mit diesen Privilegien nicht begnügen mochte, eröffnete er gegen 1775 nach seiner Meisterprüfung ein eigenes Atelier. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts dämpften die Französische Revolution sowie die Unterwerfung der Rhône-Metropole durch Napoleon Bonaparte die Nachfrage nach Uhren. Erst nach der Abdankung Napoleons und der Gründung des Kantons Genf im Jahr 1814 besserte sich die Situation. Mittlerweile hatte Jean-Marc Vacheron das Geschäft an Sohn Abraham übergeben. Der, wie sein Vater Uhrmacher von Beruf, überließ es 1810 seinem Sohn Jacques-Barthélemy. Letzterer nahm am 1. April 1819 seinen Freund François Constantin, den abenteuerlustigen Sohn eines begüterten Stoff‑ und Getreidehändlers als Teilhaber auf. Und so erhielt die Firma den Namen Vacheron & Constantin.

1839 engagierten die beiden Georges‑Auguste Leschot. Dem Uhrmacher und Erfinder sind verschiedene Maschinen für die Uhrenproduktion zu verdanken. Präzisere Komponenten gestatteten eine bessere Austauschbarkeit der Komponenten. Seit dieser Epoche existieren detaillierte Aufzeichnungen über die hergestellten Zeitmesser. 1844 trat Charles-César Vacheron in die Fußstapfen seines Vaters. Etwa zur gleichen Zeit übersiedelte die Firma nach La Tour de l’Ille im Herzen Genfs. 1867 schied Jean‑François Constantin, der Neffe François Constantins, überraschend als Mitinhaber aus. Fortan hieß die Firma „César Vacheron & Co.“. Das Ableben Charles-Césars im Jahr 1869 brachte Charles Vacheron in die Führungsposition. Der Sohn nannte den Betrieb „Charles Vacheron & Cie“. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1870 kümmerte sich Philippe-August Weiss um administrative Belange, Leschot um die Uhrenfertigung der nun „Vve. César Vacheron & Cie“ genannten Manufaktur. Durch die Rückkehr von Jean‑François Constantin hieß das Unternehmen ab 1875 wieder Vacheron & Constantin.

Vacheron Constantin Genève: das Malteserkreuz als Logo

1880 brachte das Malteserkreuz als Logo. 1884 beschäftigte die Firma 49 Männer, 17 Frauen und vier Lehrlinge. Erste Armbanduhren gelangten 1910 in die Kollektion. Im Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen bekam auch Vacheron & Constantin die Folgen wirtschaftlicher Depression deutlich zu spüren. Bedingt durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise veräußerte Charles Constantin 1940 die Aktienmehrheit an Georges Ketterer. Der Berner Industrielle pflegte enge Bande zum bekannten Ebauchesfabrikanten LeCoultre in Le Sentier. Daher beseelten fortan primär dessen Rohwerke die Zeitmesser mit der Signatur Vacheron & Constantin. Dadurch mutierte die Manufaktur zu einem Luxus-Etablisseur ohne eigene Werkefertigung. Dennoch gelangte ein Teil der Kaliber mit dem Genfer Siegel auf den Markt. Gegen Ende der 1970-er Jahre entstand in den Genfer Werkstätten die „Kallista“ als damals weltteuerste Armbanduhr. Schon bald darauf verlangte die Quarzuhren-Revolution der Schweizer Uhrenindustrie nach einem finanzkräftigen Partner. Diese fand sich in Gestalt des bekannten Ölscheichs Yamani. Seit Herbst 1996 ist die Richemont SA, der u.a. auch Baume & Mercier, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Lange & Söhne, Montblanc und Piaget gehören, Herrin im Hause Vacheron Constantin.

Manufaktur seit dem „Malte”-Tourbillon

Seit der Präsentation des „Malte”-Tourbillons im Jahr 2000 und des neuen Handaufzugswerks vom Kaliber 1400 durfte sich Vacheron Constantin wieder Manufaktur nennen. Für Entwicklung und Produktion zeichnen Werkstätten im Genfer Stadtteil Plan-les-Ouates sowie und im Vallée de Joux verantwortlich. Alle Produkte mit dieser Signatur tragen das neue Genfer Siegel. Ihm zufolge dürfen sie pro Woche nicht mehr als eine Minute falsch gehen. Im elitären „Atelier Cabinotier“ entstehen seit etwa 2010 maßgeschneiderte Uhr-Produkte für solche Menschen, welche sich mechanische Individualität etwas kosten lassen.

Gisbert L. Brunner

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