Breitling

Drei Eigentümer seit 1884

Breitling

Breitling
Genau genommen beginnt die Geschichte von Breitling als Uhrenmarke am 26. Januar 1860 mit der Geburt eines Léon getauften Jungen. Weil viele Menschen in Saint Imier von der Uhrmacherei lebten, erfolgte später eine Ausbildung in diesem Metier. Als sich Léon 1884 verselbständigte, erlebte die Eidgenossenschaft eine schwere Rezession. Léon ließ sich allerdings nicht beirren. Die Fokussierung auf Zusatzfunktionen für Taschenuhren machte sich bezahlt. Eine logische Folge war die Gründung der Firma G. Léon Breitling. Ihr Spezialgebiet waren Chronographen, nach denen Sport, Militär und Industrie immer öfter verlangten. Im Rahmen von Ausstellungen zuerkannte Medaillen und Urkunden bestätigten die Richtigkeit des eingeschlagenen Wegs. Rasches Wachstum bedingte den Umzug in die aufstrebende Jurastadt La Chaux-de-Fonds. 1892 brachte eine Umbenennung in „Léon G. Breitling S.A. Montbrillant Watch Manufactory“. Rund 60 Menschen bot sie einen Arbeitsplatz. 1914 starb Léon Breitling im Alter von nur 54 Jahren. Ihm folgte der im Jahr der Firmengründung geborene Sohn Gaston nach. Durch gezielte Einbindung in geschäftliche Belange kannte der Uhrmacher das Familienunternehmen und den Markt. Letzterer verlangte nach Kurzzeitmessern. Ein Schwerpunkt lag auf intelligent gestalteten Zifferblättern zum Beispiel mit Tachy- und Telemeterskala. Ein erster Armbandchronograph stand gegen 1915 zur Verfügung.

Viele Zifferblätter blieben damals übrigens unsigniert. Oder sie zeigten den Namen des wie auch immer gearteten Kunden. Gelegentlich war der Schriftzug „Montbrillant“ zu lesen, daneben auch „Sprint“, „Koko“ oder „Vitesse“. Erst in den späten 1920er-Jahren tauchte endlich auch Breitling auf. Am 30. Juli 1927 verstarb Gaston Breitling ebenso plötzlich wie überraschend. Mit 14 war Willy Breitling zu diesem Zeitpunkt noch viel zu jung, um die Geschicke selbst zu übernehmen. Daher stand die Firma gezwungenermaßen einige Jahre lang unter fremder Regie. Als der einzige Sohn Gaston Breitlings 1932 das Ruder übernahm, konnte er eine technische und kaufmännische Ausbildung vorweisen. In den vielen Jahren seines Wirkens blieben Chronographen ein beherrschendes Thema. In den 1930er-Jahren umfasste die Kollektion mehr als 40 verschiedene Modelle für Handgelenk oder Cockpit. Zu den absoluten Höhepunkten dieses Jahrzehnts gehörte 1934 ein patentierter Armbandchronograph mit separaten Drückern für Start/Stopp sowie Nullstellung. Die 1938 eingerichtete Spezial-Abteilung „ACHT Aviation“ entwickelte, fertigte und prüfte alles für den strapaziösen Einsatz unter, in und über den Wolken. Der Name leitete sich ab aus der Tatsache, dass chronometrische Bordinstrumente beinahe zwingend nach acht Tagen Gangautonomie verlangten. 1939 orderte das Britische Luftfahrtministerium große Mengen an Bordchronographen für die Flugzeuge der Royal Air Force. Andere Armeen folgten diesem Beispiel.
Im Jahr 1941 debütierte der patentierte „Chronomat“ mit vielfältigen Rechenfunktionen.

Unsterblich: Breitling Navitimer

Noch deutlich mehr konnte der legendäre „Navitimer“. Er verschaffte Breitling chronographische Unsterblichkeit. 1952 entwickelte Breitling diese Synthese aus Chronograph und „Navigationscomputer“. Sein Name bündelt die englischen Wörtern navigation und timer. Noch im gleichen Jahr eröffnete Willy Breitling eine Vertriebs-Dependance im mondänen Genf. In „Feuerball“ blickte James Bond auf eine modifizierte „Top Time“, welche eine jugendliche Klientel ansprechen sollte.

Breitling Superocean und Breitling Chronomat

Wassersportler schätzten die „Super Ocean“ mit Monocoque-Schale und Tauchzeit-Drehlünette. Mitte der 1960-er Jahre gaben die Umsätze mit Handaufzugschronographen spürbar nach. Daher beschlossen Willy Breitling und sein Konkurrent Jack W. Heuer die Entwicklung eines innovativen Automatik-Stoppers zusammen mit dem Ebauchesfabrikanten Büren und dem Schaltwerk-Spezialisten Dubois-Dépraz. 1969 ging in Basel der mit dem Mikrorotor-Kaliber 11 ausgestattete „Chronomat“ an den Start. Im Januar des für Breitling schicksalhaften Jahres 1979 endete diese Episode. Elektronik hieß das neue Zauberwort. Am 27. August ließ das Branchenblatt „L‘Information Horlogere Suisse“ wissen, dass die Breitling SA ihren Betrieb komplett einstellte. Ein Konkurs kam für den Ehrenmann Willy Breitling allerdings nicht in Frage. Also hatte er bereits im April 1979 den Markennamen und eingeführte Modelle wie den „Navitimer“ an Ernest Schneider, Inhaber des Uhrenfabrikanten Sicura veräußert. Nur einen Monat später segnete Willy Breitling das Zeitliche.

Neustart 1982

Der Neustart erfolgte am 30. November 1982 mit der offiziellen Registrierung des Nachfolgers namens Breitling Montres S. A. Damit einher ging die Verlegung des Firmensitzes nach Grenchen im Aaretal. Beinahe unverzüglich konnte das neu gegründete Unternehmen knapp vor seinem 100. Geburtstag an die Tradition eines anerkannten Lieferanten für die Luftfahrtindustrie knüpfen. Unter Ernest Schneider, seinem Sohn Théodore und COO Jean-Paul Girardin erlebte Breitling einen beachtlichen Höhenflug. Alles offiziell geprüfte Chronometer lautete die Qualitätsoffensive. Als bedeutender Meilenstein kann 2009 zum 125, Jubiläum das eigene Manufakturkaliber B01 gelten. Interne Probleme führten im Mai 2017 zum Verkauf des Familienunternehmens an den Finanzinvestor CVC Capital Partners. Zwei Monate später übernahm der uhr-erfahrene Georges Kern einen kleinen Anteil und dazu den Job des CEO. Aktuell verkauft die Manufaktur jährlich knapp 150.000 Uhren. Der dadurch erzielte Umsatz liegt bei etwa 475 Millionen Schweizerfranken.

Gisbert L. Brunner

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Uhren Marken

Bekannte Breitling Uhren

  • Breitling Navitimer
  • Breitling Superocean
  • Breitling Superocean Heritage

  • Breitling Chronomat
  • Breitling Avenger
  • Breitling Bentley
  • Breitling Colt

  • Breitling 1884
  • Breitling Emergency

  • Breitling Endurance Pro
  • Breitling Transocean